Meine Gefühle und Ich - ein Präventionskurs für Vorschulkinder

Wie Selbstbewusstsein Kinder vor Missbrauch schützt

Wie Selbstbewusstsein Kinder vor Missbrauch schuetztSexueller Missbrauch ist ein Alptraum für betroffene Kinder und deren Eltern. Leider ist es ein Thema, dass Öffentlichkeit und Taten fordert. Der Verein Die Kinderinsel Vogtland wird hier konkret: Speziell geschulte Fachkräfte und Traumatherapeuten halfen bei der Entwicklung des überzeugenden Konzeptes für Kindergärten und Vorschulen: Unter der Überschrift "Meine Gefühle und ich" werden auf Wunsch spezielle Kurse angeboten. Sie sollen Kinder ab 5 stark machen im Umgang mit eigenen Gefühlen und dem Körper.

Warum Missbrauch ein Tabuthema ist

Laut Statistik wurden 2014 in Deutschland mehr als 12.000 Kinder missbraucht. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer und über 200.000 Fällen von Missbrauch aus. Leider schaut das Umfeld oft weg. Die Scham der Betroffenen ist groß. Viele Delikte kommen erst gar nicht zur Anzeige. Das größte Problem ist ein noch immer verbreitetes und falsches Täterbild. Es ist oft nicht der "böse fremde Mann", der zum Täter wird. In über 70 Prozent aller bekannten Missbrauchsfälle erfolgen die Taten innerhalb der Familienstruktur. Die Täter kommen aus dem familiären Umfeld oder dem Kreis der Freunde und Bekannten. Durch die nachgewiesenen Missbrauchsdelikte weiß man, dass betroffene Kinder oft erst sieben unterschiedlichen Personen ihr Leid klagen mussten, bevor man sie ernst nimmt. Es ist nur zu konsequent, in den Kindern selber die Stärke zur Abwehr aufzubauen.

Kinder lernen ihr Recht auf Autonomie

Speziell geschulte und praxiserprobte Fachkräfte erreichen dies mit ihren Kursen unter der Überschrift: "Meine Gefühle und ich". Lernthemen sind die eigenen kindlichen Gefühle und wo und wie sie spürbar werden. Eine innere Instanz wird aufgebaut, die jedem Kind eindeutig signalisiert: Das ist gut für mich, das darf sein. Oder: Das fühlt sich nicht gut an, ich darf das stoppen. Wichtig ist die Erlaubnis fest im Kind zu verankern, dass es sich bei Bedarf und Unsicherheit Hilfe bei einem Verbündeten holen darf. 

Über den guten Umgang mit Gefühlen erfahren Kinder selten etwas. Was sie lernen ist leider oft nur das, was frustrierte Erwachsene ihnen vorleben. Diese sagen oft folgende Sätze: "Ich kann ohne dich nicht leben." "Du machst mich sehr traurig." Mit solchen Worten werden Menschen der Umgebung, manchmal sogar die eigenen Kinder und meist der Partner für die eigene Gefühlslage verantwortlich gemacht. Seit Jahrzehnten weiß man aus Ergebnissen der kognitiven Verhaltenstherapie, wie falsch und schädlich solche Selbstkonzepte sind.

Vom wahren Ursprung der Gefühle

Eine wichtige Information für die Kinder ist die Kenntnis vom Ursprung ihrer Gefühle. Sie sind gerade nicht Ergebnis von äußeren Umständen. Gefühle resultieren aus der inneren Haltung, die wir zur Umgebung und zu uns selbst einnehmen. Kinder, die in diesem Punkt gestärkt werden, lassen sich emotional nicht manipulieren. Dies ist wichtig, damit Kinder autonom bleiben und Verbündete hinzuziehen, wenn sie es brauchen. Das Unterscheiden von "guten" und "schlechten" Geheimnissen macht frei dafür. Der Vorwurf, dass Hilfe holen "Petzen" ist, greift dann nicht mehr. 

Der Kurs vermittelt den Kindern so altersgerecht Sicherheit im Umgang mit Gefühlen und dem eigenen Körper.

Weitere Informationen zum Kursangebot finden Sie auf www.meine-gefühle-und-ich.de

Der Kurs wird unterstützt von der HypoVereinsbank in Plauen.

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